Schönheitschirurgie heute in München

Warum Ästhetische Chirurgie?

Dr. Arne Schäfer, Dr. Stefan Schmiedl

Abgeschlagene Nasen- oder wie alles begann

Als Heilkundige im Indien des 6. oder 7. Jahrhunderts v. Chr. darangingen, eine verloren gegangene Nase mittels einer Hautverschiebeplastik zu ersetzen, war von „Schönheitschirurgie“ oder „ästhetischer Medizin“ noch lange nicht die Rede.
Warum unterzog sich in vorchristlichen Zeiten ein Patient ohne Narkose und ohne sichere Operationsmethoden eines solchen schmerzhaften und nicht ungefährlichen Eingriffs? Das Motiv war der Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung. Es war nämlich üblich, Verbrechern die Nase abzuschlagen, um sie zu stigmatisieren und zeitlebens der gesellschaftlichen Ächtung preiszugeben. Seine Nase konnte man zwar auch im Kampf oder durch eine Krankheit (etwa Lepra) verlieren, das Ergebnis aber war dasselbe: die Verstoßung aus der Gesellschaft. Zu verhindern war diese Folge nur durch eine Wiederherstellung des von der Gesellschaft akzeptierten Menschenbildes.
Diese Konstellation von Patient, seinem Körper, den Beschwerden, die nicht nur körperlich zu sehen sind, und Gesellschaft charakterisiert seitdem die Schönheitschirurgie bzw.  die plastische Chirurgie. Dabei war und ist das Verhältnis zwischen Gesellschaft und plastischer Chirurgie als Disziplin, welche den Körper verändert, nicht immer spannungsfrei, da durch die Veränderung ja gesellschaftliche Vorstellungen und Erwartungen unterlaufen werden können.

Gaspare Tagliacozzi

Es war der Urvater der modernen plastischen Chirurgie, der Bologneser Chirurg und Anatom Gaspare Tagliacozzi, den Ende des 16. Jahrhunderts deshalb der Bann der unchristlichen Beerdigung traf. Seine Verfehlung bestand darin, Verstümmlungen des Körpers chirurgisch behoben zu haben. Mit einem neuen, geradezu revolutionären Verfahren baute er durch Syphilis oder Verletzung zerstörte Nasen wieder auf. Damit pfuschte er nach herrschender Lehrmeinung dem Allmächtigen ins Handwerk, denn Verstümmlungen wurden als Strafe Gottes angesehen und waren dementsprechend demütig zu erdulden.

Wie viel Körper braucht der Mensch?

Tagliacozzi beschrieb sein Handwerk 1597 folgendermaßen: „Wir bauen auf und stellen wieder her und machen ganze Teile des Gesichtes, die die Natur gegeben und das Schicksal fortgenommen hat, nicht nur zur Freude des Auges, sondern um den Geist aufzurichten und der Seele des Betroffenen zu helfen.“ Damit hat er wohl als Erster erkannt und formuliert, dass der Mensch für sein Wohlbefinden nicht nur einen organisch-funktionell, sondern auch ästhetisch intakten Körper braucht. Erstmals wurde damit der Zusammenhang zwischen Körperbild und Psyche hergestellt – ein Gedanke, der bis heute zentrale Bedeutung für die plastische Chirurgie hat.

Was damals so revolutionär war, dass es den Ausschluss aus der Gesellschaft nach sich zog, ist im 21. Jahrhundert gängige Praxis und allgemein akzeptiert.

Dafür sprechen Zahlen: In einer repräsentativen Umfrage haben 92 % der Befragten Verständnis für eine „Schönheitsoperation“ geäußert, „wenn jemand nach einem schweren Unfall entstellt ist“. Von der Vorstellung einer Strafe Gottes, die der Mensch zu ertragen habe, ist da nichts mehr zu vernehmen.

Die gesellschaftliche Akzeptanz, mit chirurgischen Eingriffen das Aussehen eines Menschen zu verändern, hängt offenbar stark von den Beweggründen des Patienten ab: Der Wunsch nach Annäherung an das gängige Menschenbild wird gutgeheißen, der nach Schönheit eher weniger. Was gängig ist, ist allerdings mit Fug und Recht hinterfragbar: die gängige Vorstellung etwa, wie groß der Busen zu sein hat, unterlag in den letzten vierhundert Jahren großen Schwankungen, und über das ideale Körpergewicht herrschten noch vor 60 Jahren ganz andere Vorstellungen als heute.

Ähnliches lässt sich auch für das Hautkolorit sagen: erst in den letzten 30 Jahren wurde das überkommene Ideal vornehmer Blässe durch die nahtlose Urlaubsbräune ersetzt, was einer der überflüssigsten Branchen überhaupt, nämlich der der Sonnenstudios, zu Aufstieg und Milliardengewinnen verhalf.

Zurück zu einem anderen Beispiel aus einer Umfrage, das einen wichtigen Gedanken in sich trägt: eine Schönheitsoperation, um dem Partner zu gefallen. Zweifelsohne ist es ein schlechter Grund, sich einer Operation – gleich welcher – unterziehen zu wollen, weil jemand anderes es so will. Ein so geäußerter Operationswunsch stellt eigentlich schon ein Ausschlusskriterium dar. Der Kern dieses Beispiels ist jedoch darin zu sehen, dass so eine „Schönheitsoperation“ auch immer etwas mit der jeweiligen Umwelt zu tun hat, mit dem Streben nach sozialer Akzeptanz, aber auch positiver Differenzierung. Es geht es um den Wunsch, den jeder von uns hat, entsprechend seinem Selbstbild beachtet und angenommen anstatt abgewertet oder gar ausgestoßen zu werden.
Also gilt derselbe Mechanismus wie für die Konstellation, die in der Umfrage als „Entstellung nach einem schweren Unfall“ beschrieben wurde. Es gibt keinen wirklichen Unterschied zwischen einer „Reparatur-Chirurgie“ und der so genannten „Schönheitschirurgie“.

„Wir wären dumm, wollten wir nicht gefallen und verführerisch sein.“ Nancy Etcoff

Der Wunsch nach Veränderung der Körperoberfläche entsteht im gesellschaftlichen Kontext. Spektakuläre Beispiele hält wieder die Geschichte parat: So wird von Juden im antiken Rom berichtet, die sich chirurgisch ihre Vorhaut wieder herstellen ließen, um Verfolgungen zu entgehen.

Arzt und Patient in der ästhetischen Medizin

In der heutigen Zeit sind die Zusammenhänge vielschichtiger, aber selbstverständlich gibt es auch heute einen harten Kern übereinstimmender Ansichten, was wünschenswert und was ideal ist:

  • ein jugendliches Erscheinungsbild, wozu zum Beispiel eine glatte und ebenmäßige Haut ohne Falten und Grübchen ganz wesentlich gehört
  • ein symmetrisches Erscheinungsbild, was nicht nur bei Nasenverletzten manchmal zu fehlen scheint
  • ein mäßiger Fettgehalt des Körpers (allenfalls am Po und Busen werden Ausnahmen erlaubt) und es liegt im eigenen Interesse des Operationswilligen, sich im intensiven ärztlichen Gespräch über seine Motivation und Erwartungen klar zu werden.

Und der Operateur hat die Pflicht, zu ergründen, wie stark der Leidensdruck ist, den dessen vermeintlicher oder tatsächlicher körperlicher Makel ihm verursacht? Lässt sich das Problem wirklich mit einer chirurgischen Behandlung beheben? Dabei müssen objektiver Befund und subjektives Erleben nicht immer übereinstimmen: Der eine hat seine Segelohren noch nie richtig wahrgenommen. Der andere erfüllt sich mit 45 Jahren – nachdem er, wie er sagt, alles erreicht habe – seinen Kindheitstraum und lässt sich die Ohren, unter deren Stellung er seit jeher litt, endlich anlegen.

Unter Berücksichtigung plastisch-chirurgischen Wissens und medizinischer Erfahrung sowie nach Abwägung möglicher Operationsverfahren und – nicht zuletzt – der Gefahr von Komplikationen wird der befragte Operateur zu einer bestimmten Operation raten – oder eben auch nicht. Ein seriöser Operateur muss und wird ablehnen, wenn sich Vorstellung und Wirklichkeit nicht in Einklang bringen lassen oder unrealistische Auswirkungen auf die jeweilige Lebenssituation erwartet werden oder wenn gar eine Verschlechterung zu erwarten wäre.

Video: Dr. med. Hans-Hermann Wörl: Wie erkennt man einen guten Schönheitschirurgen?

Therapieziel: Lebensqualität

Hier kommt nun ins Spiel, was die Klammer bildet zwischen der plastischen Chirurgie heute wie zu Tagliacozzis Zeiten und dem jeweiligen gesellschaftlichen Umfeld: die Lebensqualität des Patienten.

Sie ist der gemeinsame Nenner für die Begründung von Eingriffen, die nicht allein aus organmedizinisch notwendigen Gründen erfolgen. Sei es nun die Korrektur einer Entstellung nach einem Unfall oder eine Gesichtsstraffung wegen Altersfalten, das Motiv bleibt in Grundzügen dasselbe: Die individuelle Lebensqualität soll sich verbessern, indem chirurgisch verändert wird, was der Patient an seinem Äußeren als störend oder gar entstellend wahrnimmt.

Dabei ist die Konstellation von Befund, Leidensdruck und Lebensumständen naturgemäß individuell höchst unterschiedlich und nicht für jeden Betrachter gleichermaßen stichhaltig. Eine gewichtige Rolle spielen dabei die verschiedenen Vorstellungen und Maßstäbe der Gesellschaft, die wir bewusst oder unbewusst mit uns herumtragen und die unsere Wahrnehmung prägen. Soziale Akzeptanz wiederum setzt aber die Erfüllung von gesellschaftlichen – auch visuellen – Erwartungen voraus, womit sich der Kreis schließt.

So selbstverständlich und erstrebenswert uns eine hohe Lebensqualität für jedermann erscheint, so ambivalent wurde und wird ihre medizinische Realisierung doch offenbar gesehen, wie die o. g. Umfrage, aber auch die subtil oder unübersehbar erhobenen moralischen Zeigefinger in der Berichterstattung der Medien zeigen. Ein lebenserhaltender Eingriff in den Körper bedarf keiner zusätzlichen Rechtfertigung, ein Eingriff zur Verbesserung der Lebensqualität schon.
Ein solcher wird, wie wir gesehen haben, nur in Abstufungen akzeptiert.

Nur: Wie viel Körper der Mensch nun brauchen darf – wer will das bestimmen? Wer ist berechtigt, eine Grenze zu ziehen?…

Nun, die Antwort von heute ist: Sie entscheiden selbst!

Die Schönheitschirurgie hat in den letzten Jahren eine große Wandlung erfahren und eine Art neues Selbstbewusstsein entwickelt. Was vor vielen Jahren noch zurückhaltend betrachtet wurde, erfährt heute eine immer größere Akzeptanz – Tendenz steigend. Nicht nur, dass immer mehr Frauen sich für Möglichkeiten der Schönheitschirurgie interessieren, auch immer mehr Männer zeigen sich der plastischen Chirurgie gegenüber offen.

Dabei geht es nicht mehr und nicht nur um reine „massive“ Verjüngung und oder neue Formgebung, es geht vor allem auch um eins – ein besseres Wohlfühlen im eigenen Körper, mit sich selbst.

Noch vor 15 Jahren hatte die Schönheitschirurgie teilweise einen geteilten Ruf. So bewirkten damals maskenhaft wirkende Facelifts oder gesundheitsschädliche Brustimplantate Reservationen bei vielen Interessentinnen und Interessenten. Doch diesen Bedenken kann heute sicher begegnet werden. Wichtig ist nur, dass Sie sich an einen erfahrenen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie wenden. Denn nur eine solide Ausbildung führt zum gewünschten Erfolg.

Die heutige Schönheitschirurgie verfolgt vor allem das primäre Ziel natürlich wirkender Ergebnisse und sanfter, minimal-invasiver Methoden, soweit dies möglich ist. Dabei hat sich in den letzten Jahren ein immer größer werdendes Spektrum von neuen Möglichkeiten entwickelt. Ob sanfte Liftings, Facelifts ohne OP, Hyaluron, Vampire-Lifts, Lidkorrekturen, Earfold, Fettabsaugungen oder anatomische B-lite Brustimplantate – alle diese Methoden garantieren ein maximales ästhetisches, natürliches Ergebnis bei minimalem Risiko.

Sie sind interessiert? Lernen Sie uns einfach kennen.
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