Verhalten nach einer Bauchdeckenstraffung

VERHALTEN NACH EINER BAUCHDECKENSTRAFFUNG
So verhalten Sie sich nach der Operation
Lagerung
In den ersten Nächten nach der Operation ist es ratsam auf dem Rücken zu schlafen, Oberkörper und Beine (Pilotensitz) erhöht zu lagern, um die Bauchdecke komplett zu entlasten. Man sollte in den ersten Tagen darauf achten, daß keine Spannung im Narbenbereich entsteht, also auch eine Schonhaltung beim Stehen und Gehen einzunehmen.

Ziehen , Brennen

Die Operation umfaßt nicht immer nur eine Straffung der Bauchhaut, sondern im Interesse eines besseren Langzeitergebnisses auch eine Raffung der Bauchmuskulatur. Es erklären sich daraus eventuelle kurzzeitig auftretende Beschwerden. Nach einer Bauchdeckenstraffung kann ein Druckgefühl, leichtes Ziehen oder Brennen auftreten, üblicherweise aber keine stärkeren Schmerzen. Sollten stärkere Schmerzen auftreten, bitten wir Sie, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

Atembeschwerden

Durch die Raffung der Bauchmuskulatur tritt in seltenen Fällen das Gefühl auf, schlechter als zuvor Luft holen zu können. Der Grund hierfür liegt einerseits in einer Einengung der erweiterten Bauchhöhle durch die Operation, andererseits an der oft automatisch einsetzenden Schonatmung zur Entlastung der frischen Operationswunden. Abhilfe schafft hier eine richtige Atemtechnik (Brust-, nicht Bauchatmung).

Probleme bei der Stuhlentleerung

Wie bei jeder plötzlichen Einschränkung unserer Beweglichkeit reagiert auch der Darm auf die durch die Operation erzwungene Bettlägerigkeit mit zunehmneder Trägheit. Hinzu kommt, daß sich der Darm an die engeren Platzverhältnisse der Bauchöhle gewöhnen muß. Bitte vermeiden Sie bei Auftreten solcher Beschwerden im Interesse Ihrer Operationswunden – und damit im Interesse des Operationsergebnisses – stärkeres Pressen. Die Operationsnarben sind erst nach Ablauf von 6 bis 8 Wochen voll belastbar. Sorgen Sie daher für regelmäßigen weichen Stuhlgang.

Schwellungen und Blutergüsse

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff kommt es trotz sorgfältiger Blutstillung zu einem.Nachsickern von Blut (dies wird während der ersten zwei bis drei Tage über die Drainage abgeleitet) und zu Schwellungen. Durch äußeren Druck auf das Operationsgebiet (Bauchbinde, Sandsack) lassen sich diese Erscheinungen in Grenzen halten.

Thrombose- und Emboliegefahr

Für Ihren Kreislauf ist die plötzliche erzwungene Ruhe nach der Operation im Bett ungewohnt. Das Blut fließt insbesondere in den Bein- und Beckenvenen langsamer, wodurch es zu kleinen Blutgerinnseln in den Gefäßen kommen kann, die sogenannte Thrombose. Werden solche Gerinnsel vom Blutstrom zum Herzen geführt, können sie mit dem arteriellen Blut in periphere kleinere Arterien gelangen und diese verstopfen, die sogenannte Embolie. Um dieser Gefahr zu begegnen erhalten Sie bereits am Morgen vor der Operation Stützstrümpfe, die Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit solange tragen sollten, bis Sie wieder voll mobil sind. Als zweite wichtige Embolieprophylaxe verdünnen wir in vielen Fällen Ihr Blut mit entsprechenden Medikamenten, sodass das Auftreten von Blutgerinnseln unwahrscheinlich wird. Nicht zuletzt ist auch Ihre eigene Aktivität gefragt. Je eher Ihr Kreislauf wieder in Schwung kommt desto unwahrscheinlicher wird das Auftreten einer Thrombose und umso geringer wird auch die Emboliegefahr. Überlassen Sie jedoch die Initiative zu Ihrem ersten Aufstehen (spätestens am ersten postoperativen Tage) den Pflegekräften, die Ihnen die richtige Hilfestellung geben. Ihr Kreislauf könnte Ihnen sonst eine Überraschung bereiten.

Gefühlsstörungen

In den ersten Wochen nach der Operation kann das Hautgefühl im operierten Bereich verändert sein. Mit der Regeneration der Nerven erholt sich dies meist in kurzer Zeit. Unterstützen können Sie die Nervenregeneration durch Einnahme von Vitamin B-Komplex.

Medikamente

Bei Schmerzen können Sie zusätzlich ein leichtes Schmerzmittel (z.B. Paracetamol 500 6-stündlich für einen bis drei Tage) einnehmen. Gegen Schwellungen und gegen Schmerzen hilft meist Ibuprofen 2 x 400 mg gut. Es kann aber nicht bei empfindlichem Magen und Neigung zu Sodbrennen verwendet werden. Auch sonst ist es sinnvoll, dazu ein Magenschutzmittel (z.B. Nexium) zu nehmen. Die Nervenregeneration können Sie durch Einnahme von Vitamin B-Komplex unterstützen. Arnika Kügelchen C 30 werden gerne gegen die Schwellung verwendet.

Fadenentfernung

Wird die Haut mit selbst auflösbaren Materialien genäht (Intrakutannaht), verbleiben diese in der Haut, schienen diese und führen so zu einer verbesserten Narbenbildung.

Narbenpflege

Die beste Narbenbehandlung ist eine Druckbehandlung, die wir ihnen gerne erklären. Man beginnt damit etwa eine Woche nach Operation. Zusätzlich ist die Verwendung einer Creme sinnvoll. Auch spezielle Narbencremes wie Contraktubex compositum® können verwendet werden. Unter Umständen kann auch die Verwendung von Silikonfolien sinnvoll sein. Die Narbenbehandlung kann bis zu einem halben Jahr durchgeführt werden.

Sonne

In den ersten Wochen nach der Operation ist es sinnvoll, eine stärkere Sonnenbestrahlung zu vermeiden. Wie es dann weiter geht, hängt stark von Ihrem Hauttyp ab. Hier werden wir Sie gerne beraten.

Aktivitätsaufbau

1. Woche: Entlastung der Bauchdecke und schrittweise Aufrichtung, bis Sie wieder gerade gehen können. Möglichst auf Treppensteigen verzichten, aber insgesamt schon bewegen, zum Beispiel langsam spazieren gehen.1. bis 6. Woche: Die Bauchdecke möglichst nicht belasten. Bitte Mieder tragen. Das Mieder gibt der Bauchwand keine wirkliche zusätzliche Stabilität, stützt aber leicht und verbessert die innere und äußere Narbenbildung.

7. bis 12. Woche: Belastung beim Heben langsam steigern.
ab der 13. Woche: Keine Einschränkungen mehr.

Von der Einhaltung dieser Verhaltensregeln hängt der Erfolg der Operation wesentlich ab, da bei einer Überbelastung die Nähte, mit denen der Bruch, bzw. die Rektusdiastase verschlossen ist, ausreißen könnten.