Rekonstruktive Chirurgie

Allgemeine Betrachtungen zur Plastisch-Rekonstruktiven Chirurgie

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Viele assoziieren die Plastische Chirurgie mit dem Material „Plastik“. Bestärkt wird diese Vorstellung dadurch, dass Plastische Chirurgen auch Kunstmaterialien verwenden wie beispielsweise Silikonimplantate bei Deformitäten oder zur Brustvergrößerung.

Der Ursprung liegt jedoch im griechischen Wort „plastein“, was als „formen, bilden“ übersetzt werden kann. Der Ausdruck Plastische Chirurgie wurde erstmals geprägt 1798 von dem Chirurgen Desault und generell anerkannt durch die Veröffentlichung des Buches von Zeis: „Handbuch der Plastischen Chirurgie“. Bewegung, Verschiebung und Formung von Gewebe sind die verwendeten Operationstechniken der Plastischen Chirurgie. So wird bei einem Face-lift Gewebe angehoben, nach Verbrennungen das betroffene Areal mit transplantierter Haut aus anderen Körperbereichen gedeckt, bei Lähmungen durch Verschiebung von Muskeln eine Wiederherstellung der Funktion erreicht.

Die Geschichte der Plastischen Chirurgie lässt sich 2600 Jahre nach Indien zurückverfolgen: Susruta Sarnita rekonstruierte Nasen, die Kriegsgefangenen und Verbrechern zur Stigmatisierung abgeschlagen worden waren. Mit diesen auch aus heutiger Sicht schon beeindruckenden Techniken ermöglichte er diesen Menschen eine Rückführung in die Gesellschaft.

Danach gibt es nur wenige Spuren der Entwicklung der Plastischen Chirurgie bis im 15. Jahrhundert Antonie Branca Methoden zur Wiederherstellung von Lippen und Ohren beschrieb. Ein weiterer Italiener, Gaspare Tagliacozzi, gilt als einer der Begründer der modernen plastischen Chirurgie: 1597 veröffentlichte er eine Abhandlung seines Lebenswerkes- er rekonstruierte Nasen mit Gewebeteilen des Oberarms. Er schrieb: „ Wir bauen auf und stellen wieder her und machen ganze Teile des Gesichtes, die die Natur gegeben und das Schicksal fortgenommen hat, nicht nur zur Freude des Auges, sondern um den Geist aufzurichten und der Seele des Betroffenen zu helfen. “ Von seinen Zeitgenossen wurde er dafür geächtet, da wiederherstellende Operationen zu dieser Zeit illegal waren, als Verbrechen gegen die Natur und als Missachtung Göttlichen Willens angesehen wurden.

Erst durch den ersten Weltkrieg bekam die Plastische Chirurgie eine Beschleunigung in Ihrer Entwicklung. Als der Krieg ausbrach hatte man tatsächlich kaum Erfahrung, wie man mit Wunden und Verletzungen der „modernen Kriegsführung“ umzugehen hatte. Erste Zentren von wenigen Spezialisten bildeten sich, in denen Schussverletzungen im Gesicht behandelt werden konnten. Während des zweiten Weltkriegs entwickelte sich die Plastische Chirurgie aus der „Experimentierphase“ vollends zu einem ausgereiften Fachgebiet. Komplexe Knochenbrüche, Verbrennungen, Erfrierungen, Entstellungen und Verletzungen von Nerven konnten behandelt werden. Das führte zur explosionsartigen Entwicklungen in den 60er, 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhundert, das als goldenes Zeitalter der plastischen Chirurgie bezeichnet wird.

Revolutionäre neue Behandlungsmethoden wurden entwickelt, wie die Korrektur angeborener Schädelmissbildungen (Kraniofaziale Chirurgie), oder die Mikrochirurgie mit der Möglichkeit Nerven und Blutgefäße unter dem Operations-Mikroskop zu nähen. Dadurch wurden die technischen Voraussetzungen geschaffen, Replantationen und Verpflanzungen ganzer Gewebeblöcke vorzunehmen.

Plastische Chirurgie ist also eine chirurgische Spezialität, die sich aus der Notwendigkeit unserer humanitären Kultur entwickelt hat, physische Defekte, Deformitäten und verloren gegangene Funktionen wiederherzustellen. Diese können bereits bei Geburt bestehen oder entstehen durch Unfälle oder Verletzungen, oder sie sind Resultat chirurgischer Entfernung von Tumoren.

Das Ziel ist es, diese Defekte möglichst unauffällig zu machen, die Funktionen wiederherzustellen und dem Patienten ein natürliches Erscheinungsbild zu geben. Man kann die plastische Chirurgie auch als Chirurgie der Lebensqualität bezeichnen. Natürlich ist es nicht lebensnotwendig eine durch Krebs entfernte Brust zu rekonstruieren, aber es verbessert die positive Einstellung zum Körper mit allen Mechanismen der Rückkopplung auf das Selbstwertgefühl und der Lebensqualität.

Am Gipfel dieser Entwicklungen wurden auch die Methoden für die ästhetische Chirurgie verbessert. Ästhetische Eingriffe wurden nicht länger als etwas für wenige Privilegierte angesehen und Menschen in allen Schichten begannen sich Operationen zu unterziehen, um Ihr Erscheinungsbild zu verbessern.

Die Ästhetische Chirurgie ist also untrennbar mit der Rekonstruktiven Chirurgie verknüpft. In beiden Bereichen werden die gleichen Techniken benutzt. Zum Beispiel ist das Lösen und Straffen der Haut beim Face Lift, ebenso wie bei der Suche nach den Nerven eines gelähmten Gesichtes oder bei der Neu-Formung einer angeborenen Schädeldeformität notwendig. Auch sind die Techniken zur Rekonstruktion einer Brust nach Brustkrebs mit Silikonimplantaten sehr ähnlich einer Vergrößerung der zu klein gewachsenen Brust. Diese Liste ließe sich beliebig fortführen.

Viele Entdeckungen und Methoden in der ästhetischen Chirurgie können zurückgeführt werden auf rekonstruktive Operationstechniken und Fortschritte in der Rekonstruktiven Chirurgie können ästhetische Eingriffe optimieren. Darüber hinaus sollte ein Plastischer Chirurg bei rein rekonstruktiven Korrekturen niemals das ästhetische Erscheinungsbild außer Acht lassen.

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