Schnellender Finger

Der „schnellende Finger“ (digitus saltans) ist eine Erkrankung , bei der die Beugesehnen eines Fingers verdickt sind und dadurch nicht mehr frei durch die Ringbänder (A1-Ringband) gleiten. Die Ringbänder führen die Sehnen an den Fingerknochen entlang und über die Gelenke. Durch die Gleitbehinderung der Sehnen durch die verdickten Sehnenscheiden kommt es zu dem ‚Schnappphänomen‘ des Fingers beim Beugen, beim Strecken muss oft nachgeholfen werden.

Die Diagnose ergibt sich in der Regel durch die Beschwerden der Patienten und kann durch einfache Untersuchung festgestellt werden. Man tastet kleine Knoten auf der Sehne, die teilweise auch schmerzhaft sein können. Ergänzend können Röntgenaufnahmen, eine Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) und in seltenen Fällen eine Schichtuntersuchung durchgeführt werden.

Die Therapie ist eine operativer Eingriff, bei dem in örtlicher Betäubung das Ringband vorsichtig unter Schonung der parallel zu der Sehnenscheide verlaufenden Blutgefäße und Nerven durchtrennt wird. Die freie Fingerbeweglichkeit ist danach gleich wieder hergestellt.
Bei Kleinkindern kommt eine angeborene Variante dieser Erkrankung am Daumen vor, die Pollex flexus congenitus (angeborener gekrümmter Daumen). Bei dieser seltenen Erkrankung steht der Daumen am Endglied in Beugestellung.

Geschwulste der Sehnen, des Bindegewebes oder des Knochens sind als Ursache sehr selten.